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NEUES AUS DER GENUSSABTEILUNG: Grill me!

Grillgut

Grillgut„Hey, da grillt einer!“ Das ist einer dieser typischen Sätze, die einem klar machen: der Sommer ist da!

Außerdem im Rennen: „Hat das Bad eigentlich wieder auf?“ (nein, noch nicht, ein Freibad eröffnet in der Regel pünktlich zum ersten total verregneten Mai-Wochenende). Oder: „Haben wir noch irgendwo Eiswürfel?“ (nö.) Echt jetzt?! Also: dass der Sommer wieder da ist? Fast hätte man ja schon nicht mehr so richtig dran geglaubt. Und auch jetzt noch – sooo toll war es bisher ja…. Egal! Kein Grund zu jammern! Lieber mal in Richtung Braunsbach schauen und gepflegt die Klappe halten. Und im Stillen alles, alles Gute wünschen. Und froh sein! Ist doch alles schon wieder so (schön!), wie´s jedes Jahr in JEDEM Sommer war: Freibäder offen, Eiswürfel im Kühlfach, Grillen mit Freunden!

Wahre Freunde lieben einen übrigens so, wie man ist – nicht so, wie man ISST. Oder: was man ISST. Obwohl. Könnte ja auch sein. Jedenfalls: ich bin Vegetarierin. Das freut nicht jeden. Beim Grillen freut es sogar die Allerwenigsten. Auch die wahren Freunde nicht! Es ist tatsächlich so (und das jetzt nur so ganz nebenbei: Vegetarier können sich genauso supergut oder superschlecht in andere Menschen hineinversetzen wie Fleischesser auch. In Tiere ja sowieso… Supergut, meine ich). Von wahren Freunden werde ich also manchmal darum gebeten, mir mein „Grillgut“ doch bitte selbst mitzubringen. Natürlich sagen sie niemals wirklich „Grillgut“. Das sagt wahrscheinlich kein Mensch mehr – es sei denn, er hat keine Freunde (mehr). Aber das geht jetzt vermutlich ein bisschen zu weit!

Sie sagen also nicht „Grillgut“, sie sagen „Lupiiiiiinenschnitzel“ und müssen sich dabei das Lachen so dermaßen verkneifen. Sie geben sich dabei aber auch keine Mühe. Ganz schön frech…. Aber man versteht sie ja auch. Also: ich! Ich verstehe sie AUCH! Denn das Lupinenschnitzel, das erste (und letzte) meines Lebens, an einem der vielen schönen Sommerabende im vergangenen Jahr, war in der Tat, äh, irgendwie doch sehr, sehr lupinig gewesen. Und es sah auch so aus. Und trotzdem wollten alle auch noch davon probieren! Logisch. Feixend!!!

Deshalb, meine lieben vegetarischen und vielleicht auch veganen Mitmenschen (denn man weiß ja nie, was ich meinen wahren Freunden noch so alles zumuten werden muss – mit mir) nie, bitte wirklich NIE Fleischersatzprodukte im Beisein von Nicht-Vegetariern oder Nicht-Veganern zum ersten Mal ausprobieren. Gesetz: Dieser Lapsus wird Folgen haben!

Jahrelang war´s der Schafskäse. In Alu. Mit Kräutern und Öl. Das war das Grillgut (Adieu, Frrrreunde!), das man mitbrachte. Da sagte keiner was dagegen, so richtig jedenfalls nicht. Bei den Gemüsespießen war es genauso. Da konnte man auch gerne eine ganze Ladung mitbringen! Dann kamen die, oha, Tofuwürste (endlich!), und schließlich die „Veggi-Schnitzel“, auweia. Je „schlimmer“ (haha!) das Produkt, je länger und lauter das heitere Gelächter!

Dabei: was dem einen sein blutige Steak vom Hinterwälder Weiderind (außen schwarz, innen roh, hihi), ist dem anderen sein Lupiiiiinenschnitzel. Weil die Geschmäcker doch verschieden sind!!! Die nackte Wahrheit ist nämlich: das Beste am Grillen ist, ist dass man endlich wieder zusammen draußen sitzen kann, dass es nach Grillen RIECHT, dass man friedlich (durchaus!) beisammen ist und Spaß hat! Dazu kommt: die ganzen Salate, die verschiedenen Grillsaucen, die Baguettes, die Kräuterbutter, das Ketchup – das alles muss doch auch noch weg! Und bis Steak und Lupinenschnitzel

(getrennt von einander natürlich) jedes Mal fertig sind, ist man doch sowieso schon pappsatt – vor lauter, lauter. Vor lauter Freude auch! Sommerfreude nennt man das übrigens. Es KÖNNTE zumindest so sein. Von was einem nach einem so einem Abend jedes Mal schlecht ist, ist auf alle Fälle total wurscht. Tofuwurscht. Selbstredend. Und selbstkritisch auch!                                          Ingrid Linde